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Depotbanken in Deutschland 2012.

„Die Depotbank nimmt zum Schutze der Anleger eine besondere Rolle im Investmentgesetz (InvG) ein. Während die Kapitalanlagegesellschaft in erster Linie die Entscheidung trifft, wie das Fondsvermögen angelegt wird, nimmt die Depotbank gemäß den § 20 ff. InvG die technische Abwicklung, die Verwahrung des Sondervermögens sowie verschiedene Kontrollfunktionen wahr.“

Das Aufbrechen der Wertschöpfungsketten lässt die Grenzen zwischen (Master-) KAGen und Depotbanken verschwimmen. Aufgaben, die früher klar einer Seite zugeordnet waren, werden neu verteilt und schaffen eine Konkurrenzsituation zwischen Depotbanken und Fondsgesellschaften.

Auf der anderen Seite ist die Erfüllung gesetzlicher Anforderungen kein Alleinstellungsmerkmal, so dass Depotbanken gezwungen sind, sich über andere Eigenschaften zu profilieren, um den Auswahlprozess institutioneller Investoren im Spezialfondsgeschäft gewinnen zu können.

„Captive Business“, also im Konzern gebundenes Anlagevermögen, vor allem in Publikumsfonds, Quersubventionierung und die teilweise geringe Priorität der Depotbank in vielen Häusern haben eine umfangreiche Marktbereinigung bisher verhindert.

Aber auch Publikumsfonds werden zunehmend von Vermögensverwaltern und anderen Dritten initiiert, so dass sich bereits die Fondsgesellschaft einem Auswahlprozess stellen muss und die früher selbstverständliche Konzernverbindung von Fondsgesellschaft und Depotbank nicht mehr automatisch sichergestellt ist.

Auf der Seite der institutionellen Anleger haben viele Faktoren, darunter nicht zuletzt die Finanzkrise, zu strategischen Überlegungen und Entscheidungen geführt, die mittelbar oder unmittelbar Einfluss auf bestehende Depotbankverbindungen haben und diese in Frage stellen.

Viele – auch sehr große – Investoren strukturieren ihre Anlagen neu und wechseln in diesem Zusammenhang die Depotbank ihrer Fonds. Die Verschiebung der Marktanteile ist gewaltig.

All dies hat dazu geführt, dass der deutsche Depotbankmarkt zu einem der Segmente der deutschen Finanzwelt mit dem intensivsten Wettbewerb geworden ist. Die beiden ersten Sätze des BAFin-Rundschreibens beschreibt die Aufgabenteilung zwischen Depotbank und Fondsgesellschaft. Neben der Trennung von Anlageentscheidung auf der einen Seite und Abwicklung und Kontrolle auf der anderen Seite haben sich in den letzten Jahren weitere Dimensionen ausgebildet, die die Welt der Depotbanken in Deutschland prägen.

 

 

 

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